Untersuchung zum 11. September 2001 blendet Plasmaschneider aus

Plasmaschneider können dicken Stahl mit hoher Geschwindigkeit zerschneiden. Doch in der offiziellen Untersuchung der Verbrechen des 11. September 2001 wurden Plasmaschneider nicht erwähnt.

Die Autoren des sehr anschaulichen Artikels The life and times of plasma cutting datieren die Geburtsstunde des Plasmaschneidens auf das Jahr 1955. Demnach war die Erfindung „Arc torch and process“ von Dr. Robert M. Gage entscheidend. Diese Erfindung ist in den Patenten US2806124 und US2858411 beschrieben.

Zusammenhang zur offiziellen Untersuchung

In diesem Beitrag geht es um das Gedankenspiel, dass Sebstmordattentäter im Inneren des WTC Plasmaschneider hätten verwenden können, um dessen tragende Struktur zu zerstören. Damit möchte ich nicht die Erkenntnisse aus der offiziellen Untersuchung widerlegen. Die offizielle Untersuchung hat belegt, dass es physikalisch nicht vollkommen unmöglich ist, dass allein die Flugzeugeinschläge und die dadurch ausgelösten Bürobrände den Einsturz der Gebäude bewirkt haben.

Allerdings soll die offizielle Deutung der durch die Untersuchung gelieferten Erkenntnisse in Frage gestellt werden. Die offizielle Deutung lautet sinngemäß: weil es physikalisch nicht unmöglich ist, dass die Flugzeugeinschläge einzige Ursache waren, gab es keine anderen Ursachen. Insbesondere gab es keinen Angriff aus dem Gebäudeinneren.

Im offiziellen Untersuchungsbericht, dem NIST-Report, steht auf Seite XXXVIII, welche Angriffszenarien betrachtet wurden:

„NIST found no corroborating evidence for alternative hypotheses suggesting that the WTC towers were brought down by controlled demolition using explosives planted prior to September 11, 2001. NIST also did not find any evidence that missiles were fired at or hit the towers. Instead, photographs and videos from several angles clearly show that the collapse initiated at the fire and impact floors and that the collapse progressed from the initiating floors downward, until the dust clouds obscurred the view.“

Die Hervorhebung soll zeigen, dass das NIST Selbstmordattentäter im Gebäudeinneren ausgeschlossen hat ohne diese Annahme ausdrücklich zu erwähnen oder gar zu begründen. Da kaum Zweifel besteht, dass Selbstmordattentäter bei der Planung und Ausführung dieses Verbrechens Hauptrollen innehatten scheint diese Annahme des NIST absurd. Das NIST hat Plasmaschneider als mögliches Tatwerkzeug nicht einmal erwähnt. So wie es auch Thermit als mögliches Tatwerkzeug nicht erwähnt hat.

Das NIST hätte die Annahme in Betracht ziehen sollen, dass das World Trade Center von intelligenten, planvoll handelnden Verbrechern vorsätzlich zerstört wurde. Mit dieser plausiblen Annahme hätte das NIST andere und sicherlich relevantere Ergebnisse erhalten. (In einem Beitrag von 2017 habe ich diese Annahme durchgespielt, und dabei Thermit als mögliches Tatwerkzeug betrachtet.)

Technische Details

Das Patent US006023037 der Lincoln Global Inc. gibt Einblick in den Entwicklungsstand bei Plasmascheidern zur Jahrtausendwende. Das Datenblatt für einen aktuellen mobilen (=handgeführten) Plasmaschneider der Lincoln Global Inc. zeigt die damit erreichbaren Schnittgeschwindigkeiten. Bei einer Dicke von 1/4 Inch (6,4 mm) liegt die erreichbare Schnittgeschwindigkeit bei 182 Inch pro Minute, also rund 4,6 Meter pro Minute. Die Stahldicke hat starken Einfluss auf die erreichbare Schnittgeschwindigkeit.

Die Grundrisse der Twintower sind aus dem Kapitel 2 der FEMA 403, World Trade Center Building Performance Study von 2002 bekannt. Daraus ergeben sich Daten zu den tragenden Säulen und deren Umfänge. Aus den Umfängen wurden um den Faktor √2 (=1,41) vergrösserte Schnittlängen errechnet. Dieser Faktor berücksichtigt einen Winkel von 45° der Schnitte zur Horizontalen. Diese Daten führen zu folgender Übersicht:

AnzahlMaße (Inch)Umfang (Inch)Schnittlänge (in m bei 45° Winkel)Summen (m)
Aussensäulen23614 x 14562,0474,7
Kern innere Säulen4314 x 14 562,086,5
Kern Ecksäulen414 x 361003,614,4
Gesamte Schnittlänge [m]575.6
Schnittlänge Kern [m]100,9

Für die Stahldicken ist aus dem Anhang B der FEMA 403, World Trade Center Building Performance Study von 2002 folgendes bekannt: In der Einschlagzone des WTC1 (Stockwerke 94 – 98) betrug die Stahlstärke der Säulen 1/4 Inch – 5/8 Inch. In der Einschlagzone des WTC2 (Stockwerke 78 – 84) betrug die Stahlstärke 1/4 Inch – 13/16 Inch. Diesen Stahlstärken lassen sich mit Hilfe des oben angegebenen Datenblatts Schnittgeschwindigkeiten zuordnen. Diese werden mit den bereits errechneten Schnittlängen in Beziehung gesetzt, wodurch sich die Schnittdauern in der folgenden Übersicht ergeben:

Stahldicke (Inch)1/41/23/41
maximale Schnittgeschwindigkeit [m/Minute]4,621,800,910,58
Minimale Schnittdauer alle Säulen (Minuten)124,5319,2629,5985,3
Minimale Schnittdauer Kern (Minuten)21,855,9110,3172,7

Das bedeutet, selbst bei einer Stahlstärke von 3/4 Inch oder sogar 1 Inch hätten das reine Zerschneiden der Säulen des Kerns mit der laut Datenblatt möglichen Höchstgeschwindigkeit nur 2 respektive 3 Arbeitsstunden gedauert. Die Berechnungen, aus denen die beiden Tabellen erzeugt wurden können Sie hier im Excel-Format und hier im Numbers-Format herunterladen.

Zeitbedarf für Angriff mit Plasmaschneider

Bei einem Team von angenommen 4 Selbstmordattentäter hätten zweckmässiger Weise zwei Attentäter jeweils die Gipskartonplatten von den Stahlsäulen schlagen und andere Hilfstätigkeiten ausführen können. Die anderen beiden Attentäter hätten die eigentlichen Schnitte ausgeführt. Dabei hätten sie ggf. einen dritten Plasmaschneider in Reserve gebraucht, um im Dauerbetrieb überhitzte Geräte ggf. auszuwechseln und abkühlen zu lassen. Stichwort „Duty Cycle“ im Datenblatt.

Nach dem Einschlag des Flugzeugs und dem Ende der Evakuierung hätten sie die Gerätschaften natürlich noch von einem angemieteten Büro an den Arbeitsort unterhalb der Einschlagstelle tragen müssen.

So ein Team hätte innerhalb von 2 Stunden nach dem Flugzeugeinschlag die 47 Stahlsäulen im Gebäudeinneren zerschneiden können. Danach wäre es allerdings sehr viel mühsamer geworden, die 236 äusseren Säulen zu zerstören. Einerseits waren diese dicker eingepackt – zusätzlich zum Feuerschutz ging es bei den äußeren Säulen ja auch um Schutz vor der Witterung, um thermische Isolation insbesondere im Winter.

Fazit

Aus Sicht des NIST wäre eine Zerstörung der Stahlsäulen im Gebäudeinneren überflüssig gewesen, weil das NIST in jahrelangen Computersimulationen beweisen konnte, dass es physikalisch nicht vollkommen unmöglich war, die Türme ohne Angriff aus dem Gebäudeinneren zu zerstören.

Aus Sicht von intelligenten, planvoll handelnden Verbrechern wären Plasmaschneider (in Unkenntnis dieser Computersimulationen) eine ernstzunehmende Option gewesen. Plasmaschneider hätten allerdings keine Sicherheit geboten, einen vollständigen Einsturz der Türme bewirken zu können. Es scheint jedenfalls absurd, dass ein möglicher Einsatz von Plasmaschneidern in offiziellen Untersuchungsberichten nicht betrachtet wurde. Genauso hätte thermitbasiertes Schneidgerät betrachtet werden müssen, wie beispielsweise Cutting torch and associated methods, US Patent 6183569B1. Dieses Patent wurde im Februar 2001 veröffentlicht und ist seitdem für das interessierte Publikum, sprich jedermann frei zugänglich, also auch für die Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta.

Plasmaschneider wären für ein Attentat vermutlich nicht geeigneter als thermitbasierte Tatwaffen, für die man beispielsweise kein Notstromaggregat benötigt hätte. Doch ihre Eigenschaften wie Schnittgeschwindigkeiten sind veröffentlicht und genau bekannt. Deshalb sind sie für Gedankenspiele geeigneter als thermitbasierte Tatwaffen.

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