Befürworter des Klimawandels

Wie Massenmord, Bürgerkrieg & Militärputsch hat auch der Klimawandel seine Befürworter.

AfD lehnt IPCC-Prognosen offiziell ab

Offiziell begründet die AfD ihren Kampf gegen Klimaschutzpolitik und das Erneuerbare-Energien-Gesetz damit, dass die wissenschaftlichen Prognosen zum Klimawandel mit Fehlern behaftet sind. Die AfD leugnet den Klimawandel offiziell also nicht. Hier auf ihrer Website bestreitet die AfD jedenfalls nicht ausdrücklich den vom Weltklimarat IPCC vorhergesagten menschengemachten Klimawandel. Sie erklärt lediglich, dass die Qualität der Prognosen, von denen der IPCC berichtet, nicht den Qualitätsansprüchen der AfD genügt.
Die AfD weist dabei auf eine Banalität hin. Diese Prognosen sind selbstverständlich fehlerbehaftet. Wie jede andere mit computergestützten Simulationen erzeugte Prognose auch. Wie jeder Wetterbericht.

Wenn AfD-Politiker an Wetterberichte die gleichen Ansprüche anlegen würden wie ihre Partei an die Prognosen des IPCC, dann sollten sie niemals mit Regenschirm aus dem Haus gehen, nur weil ein Wetterbericht Regen voraussagt.

In ihrem Grundsatzprogramm von 2016 erklärt die AfD detailliert, warum die Qualität der Prognosen des IPCC nicht den Qualitätsansprüchen der AfD genügt.

Auf Seite 79 bringt sie beispielsweise folgendes Argument: „IPCC und deutsche Regierung unterschlagen die positive Wirkung des CO2 auf das Pflanzenwachstum und damit auf die Welternährung. Je mehr es davon in der Atmosphäre gibt, umso kräftiger fällt das Pflanzenwachstum aus.“

Die detaillierten Modelle, mit denen Wissenschaftler computergestützt den Klimawandel und seine Auswirkungen simulieren, lehnt die AfD zwar ab – dem eigenen sprachlichen Modell vertraut sie jedoch, ohne es zu hinterfragen: „Je mehr CO2, umso kräftiger das Pflanzenwachstum“

Stimmt dieses Modell denn? Existiert irgendeine Pflanze auf der Welt, die in reiner CO2-Atmosphäre überleben kann? Gar besonders gut gedeiht? Forschungsstand zu diesem Thema stellte der IPCC im Kapitel 6 des IPCC-Berichts von 2013 auf Seite 502 zusammen (pdf). Die Behauptung der AfD, dieser Effekt würde vom IPCC unterschlagen, ist also vollkommen haltlos. Ein Faktencheck zu den Klimathesen im AfD-Programm findet sich hier auf klimafakten.de

AfDler vertreten mörderische Positionen

Offiziell will die AfD nicht Massenmord befördern, nicht Bürgerkrieg, nicht Militärputsche und auch den Klimawandel nicht. Offiziell spricht sich die AfD nur dafür aus, die Klimaschutzpolitik einzustellen und das Erneuerbare-Energien-Gesetz ersatzlos abzuschaffen, weil das für die Wirtschaft förderlich sei.

Ohne jeden Beleg anzugeben schreibt die AfD auf Seite 79 ihres Programms von 2016 wörtlich: „Die [für Klimaneutrales Deutschland 2050] geplante zwangsweise Senkung der CO2-Emissionen um mehr als 85 Prozent würde den Wirtschaftsstandort schwächen und den Lebensstandard senken.“ An diese spannende Theorie scheint die AfD mit quasi-religiöser Inbrunst zu glauben. Da Sie den Einsatz von Wissenschaft, Mathematik und Computern zur Verifizierung von Theorien anscheinend ablehnt, bleibt ihr ja auch keine ernsthafte Alternative zu quasi-religiösem Glauben. Die AfD könnte da eigentlich gleich das Erste Buch Mose, Kapitel 9 als Begründung für ihre Thesen heranzieht. Darin verspricht Gott, dass es zukünftig keine weitere Sintflut auf der Erde geben wird.

Doch unabhängig vom offiziellen Parteiprogramm sprechen sich AfDler ausdrücklich für mehr Treibhausgase, für das Erschiessen von Flüchtlingen, für Bürgerkrieg und Militärputsch aus.

Ralf Borschke plädiert für mehr CO2-Emissionen

Der AfD-Abgeordnete Ralf Borschke sprach sich im Januar 2017 dafür aus, den CO2-Anteil in der Atmosphäre zu steigern. Er sagte in einer Rede im Landtag von Mecklenburg Vorpommern: „Die Auswirkungen [von CO2-Emissionen] sind, anders als offiziell behauptet wird, durchweg positiv.“ „CO2 ist für die Photosynthese von Pflanzen essenziell, um über die Photosynthese Biomasse und ausreichend Sauerstoff produzieren zu können. Dementsprechend gedeiht bei einer Zunahme des Kohlenstoffdioxidanteils in der Luft die Vegetation außerordentlich gut.“ (Quelle: Plenarprotokoll 6. Sitzung am 25. Januar 2017, Seite 6; Bericht in der Schweriner Volkszeitung)

Borschke steht dem Klimawandel positiv gegenüber. Allerdings nicht dem Klimawandel, vor dem der IPCC warnt, sondern einem fiktiven Klimawandel, der die Welt zu einem besseren Ort machen soll. Borschke sagte wörtlich: „Es ist also festzustellen: Wir kommen aus einer Kälteperiode und nähern uns einem Klimaoptimum, wie es auch im Mittelalter herrschte.“ (Quelle s.o.)

Beatrix von Storch will Flüchtlinge an der Grenze erschiessen lassen

Im Januar 2016 schlug Beatrix von Storch vor, auf Flüchtlinge – ausdrücklich auch auf Frauen und Kinder – zu schiessen um sie an der Einreise zu hindern (Bericht im Stern). Von Storch forderte also nicht ausdrücklich Massenmord. Doch ihre Vorschläge standen in einem Kontext, in dem Medien wie die FAZ (Beispiel von 2014) den Begriff „Flüchtlingswelle“ bereits erfolgreich etabliert hatten. Die Empfänger ihrer Aussage mussten also davon ausgehen, dass von Storch es für richtig und angemessen hielt, Flüchtlinge auch in grösserer Zahl zu erschiessen. Von Storchs Vorschläge sorgten für Empörung (FAZ: AfD-Vizechefin will Polizei sogar auf Kinder schießen lassen). Von Storch begriff anscheinend erst da, dass es illegal wäre auf minderjährige Flüchtlinge zu schiessen und ruderte zurück (Zeit: Beatrix von Storch will doch nicht auf Kinder schießen). Sie hatte also anscheinend nicht vorsätzlich zu einem Verbrechen aufgerufen. Sie war sich der Illegalität der von ihr veröffentlichten Vorschläge anscheinend nicht bewusst. Demnach liegt ihren Vorschlägen mangelndes Unrechtsbewusstsein zu Grunde. Von Storch entschuldigte sich allerdings mit mangelnder Geschicklichkeit. Demnach sei sie von der Maus ausgerutscht – weshalb diese Affäre das Kofferwort #mausgerutscht geprägt hat.

Alexander Gauland leugnet menschlichen Einfluß auf Klimawandel

Laut Gauland tut das vom Menschen in die Luft geblasene CO2 in Sachen Klimawandel nichts zur Sache. Ihm zufolge gibt es keinen menschengemachten Klimawandel. Das erklärte er am 12.08.2018 im ZDF-Sommerinterview (Video in der ZDF-Mediathek – leider nur bis 12.08.2019 verfügbar)

Bericht der Huffington Post: Gauland zum Klimawandel: Experte entlarvt 3 Falschaussagen in 3 Minuten

Uwe Junge ruft Militär zum Putsch auf

Der Vorsitzende der AfD-Fraktion in Rheinland-Pfalz war offenbar mit Annegret Kramp-Karrenbauers Ernennung zur Verteidigungsministerin nicht einverstanden. Jedenfalls forderte Uwe Junge die Generale auf, sich gegen ihre neue Dienstherrin zu erheben. Er fragte auf Twitter: „Wann kommt endlich der Aufstand der Generale?“

Die Generäle werden den Oberstleutnant a.D. gehört haben. Später relativierte Junge seine Worte. Demnach hätte er mit „Aufstand“ keinen Aufstand der Generäle im Wortsinne gemeint, also keinen Putsch: „Man ereifert sich um den Begriff des ‚Aufstands‘! Bei aller Loyalität muss sich die militärische Führung gelegentlich äußern! Der schmale Grad zwischen Loyalität und Kadavergehorsam ist gangbar und wird erwartet! Der Staatsbürger in Uniform ist kein reiner Befehlsempfänger!“

In den Medien (hier im Hamburger Abendblatt) ist der Begriff „Aufstand der Generäle“ tatsächlich auch schon als Bezeichnung für eine Meinungsäußerung verwendet worden. Mag sein, dass Junge das tatsächlich so gemeint hatte und keinen Putsch im Sinne hatte. Falls Generäle seine Ansage als Aufruf zum Putsch verstehen werden sie ihr wohl trotzdem kaum folgen. Hoffentlich.

Die Morgenpost berichtete: Wegen AKK: AfD-Politiker fordert „Aufstand der Generäle“

Marcel Grauf wünscht sich einen Bürgerkrieg und Millionen Tote

Marcel Grauf ist Mitarbeiter der AfD-Landtagsabgeordneten Christina Baum und Heiner Merz. Er selbst ist anscheinend nicht Mitglied der AfD. Er fiel durch rechtsextreme Äußerungen in Facebook-Chats auf. Inklusive „Sieg Heil“ und Hitler-Emoji.

In ihrem Text ‚Sieg Heil‘ mit Smiley beschreibt Anna Hunger, wie sie und ihre Kollegen von Kontext den Rechtsextremen aus der Anonymität rissen. Marcel Grauf wehrte sich vor Gericht. Schliesslich hatte er seine rassistischen Ansichten nicht veröffentlichen, sondern nur mit anderen Rechtsextremen teilen wollen. Doch schlussendlich entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe, dass die Veröffentlichung von Kontext rechtmässig war (Pressemitteilung zum Urteil vom 13.02.2019 Az. 6 U 105/18). Reaktion von Kontext: Wir freuen uns wie Bolle!. Trotzdem arbeitet Marcel Grauf weiter für die AfD, wie Anna Hunger in Der beschützte Neonazi berichtet.

AfDler scheinen physische Gewalt dem Tod durch Klimakrise vorzuziehen

Die Listen mit Gewaltaussagen der AfD ist lang. Eine Zusammenstellung von Thomas Laschyk: 12 Beispiele: so gewalttätig & entmenschlichend ist die Sprache der AfD. Doch bei aller Unvernunft und Gewaltverherrlichung fällt auf, dass AfDler sich nicht öffentlich für die Aussicht begeistern, andere Menschen wegen des Klimawandels verhungern oder verdursten zu sehen. Und auch ein AfD-naher wie Marcel Greif schreibt anscheinend nicht, dass er sich Hungersnöte herbeiwünscht.

Befürworten AfD-Gönner den Klimawandel?

Es ist reine Spekulation, dass August von Finck Junior den Klimawandel befürwortet und deshalb die AfD fördert. Wenn Fincks Ziel die Auslöschung der menschlichen Spezies sein sollte, dann bedeutet die Förderung der AfD möglicherweise eine Chance, diesem Ziel näher zu kommen. Das Engagement der AfD gegen Klimaschutzgesetze wird von kaum einer Partei übertroffen.

August von Finck Junior konnte eines aus der Geschichte lernen: Sein Vater, der NSDAP-Förderer August von Finck Senior, konnte mit all seinem Engagement für den Faschismus zwar einen Beitrag zur Ermordung von Millionen Menschen leisten – aber er und seine Parteifreunde von der NSDAP waren weit davon entfernt, die Auslöschung der menschlichen Spezies zu bewirken.

Shell Ingenieur plädiert für mehr CO2-Emissionen

Die AfD ist nicht allein in ihrem Kampf gegen Klimaschutz. CO2-Emissionen haben ihre Fürsprecher auch in den Reihen der Ölindustrie. Zum Beispiel behauptet der ehemalige Shell Ingenieur  Guus Berkhout, dass die Anreicherung von CO2-Emissionen in der Atmosphäre positiv ist: „[The general-circulation models] ignore the fact that enriching the atmosphere with CO2 is beneficial” (Quelle: Presseerklärung von Guus Berkhout) Berkhout ist eine große Nummer in der Szene der Klimawandelleugner. Er hat mit Gleichgesinnten an die UN appelliert: „Es gibt keinen Klimanotstand“. Dazu lohnt ein Blick in diesen Faktencheck.

MS_25 plädiert für menschengemachten Klimawandel

Wie der oben zitierte AfD-Abgeordnete Ralf Borschke stellt der Twitter-Nutzer @MS2513479406 seine Erwartungen an den Klimawandel positiv dar:Er erweckt wie Ralf Borschke den Eindruck, dass er den Klimawandel befürwortet. Doch im Gegensatz zu Borschke und zur offiziellen AfD-Position führt er den Klimawandel auf menschliche Emissionen zurück. Sollte MS_25 aus innerer Überzeugung für den menschengemachten Klimawandel plädieren, dann wäre er dessen einziger mir bekannte Befürworter.

Ich danke MS_25 für die Anregung zu diesem Beitrag.

Das bedeutet nicht, dass seine Argumente viel taugen. Seine Behauptung, es gäbe laut IPCC keine Zunahme von Duerren weltweit, ist erstaunlich. Denn der IPCC sagt die Zunahme von Dürren voraus. Das geht aus dem Sonderbericht über 1,5 °C globale Erwärmung (SR1.5) hervor. Absatz B.1.3 der Zusammenfassung:

„Risiken durch Dürren und Niederschlagsdefizite werden laut Projektionen bei 2 °C globaler Erwärmung in manchen Regionen größer sein als bei 1,5 °C (mittleres Vertrauen). Risiken durch Starkniederschlagsereignisse werden laut Projektionen bei 2 °C globaler Erwärmung in einigen Regionen in den hohen Breiten und/oder hochgelegenen Regionen auf der Nordhalbkugel sowie in Ostasien und im östlichen Nordamerika größer sein als bei 1,5 °C (mittleres Vertrauen). Mit tropischen Wirbelstürmen verbundene Starkniederschläge werden laut Projektionen bei 2 °C globaler Erwärmung höher ausfallen als bei 1,5 °C (mittleres Vertrauen). Für andere Regionen besteht generell ein geringes Vertrauen in die projizierten Veränderungen von Starkniederschlägen bei 2 °C im Vergleich zu 1,5 °C. Global aggregiert werden Starkniederschläge laut Projektionen bei 2,0 °C globaler Erwärmung weltweit in Summe höher ausfallen als bei 1,5 °C (mittleres Vertrauen). Als eine Folge von Starkniederschlägen ist der Anteil der weltweiten Landfläche, der von Überflutung betroffen ist, laut Projektionen bei 2 °C globaler Erwärmung größer als bei 1,5 °C (mittleres Vertrauen). {3.3.1, 3.3.3, 3.3.4, 3.3.5, 3.3.6}“

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