Mein Brockhaus

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Ich zitiere in meinem Blog gerne aus einem Familienerbstück, dessen 24 Bände zwischen 1986 und 1994 erschienen sind. Ich schätze daran die Fixierung auf einen nachvollziehbaren Stand. Die Illusion von Fehlerfreiheit oder Objektivität dieses Nachschlagewerks mache ich mir jedoch nicht.

In meinem Beitrag „Wie der Westen dem Iran die Demokratie austrieb“ stelle ich beispielhaft Fehler und Beschönigungen in meinem Brockhaus heraus. Der Brockhaus war ein Kind seiner Zeit und folgte soweit möglich der Prämisse des kalten Kriegs:

Wer uns mit seinen Atombomben beschützt, hat Recht.

Dem Brockhaus entnehme ich die in diesem Blog verwendete Begriffsbestimmung für Terror und Terrorismus. Demnach ist Terror ein Oberbegriff, unter den neben dem Staatsterror auch Terrorismus fällt.

Indem ich dem Brockhaus folge, stelle ich mich gegen den Trend, Terror und Terrorismus als bedeutungsgleich anzunehmen, und je nachdem, wie es mit dem Zeilenumbruch passt, mal den einen oder den anderen Begriff immer für Terrorismus, also nicht aus dem Steuersäckel finanzierten Terror zu verwenden. Dieser Trend dient nur dazu, aus dem Steuersäckel finanzierten Terror zu vernachlässigen und aus der Diskussion zu entfernen. Er dient den Befürwortern staatlichen Terrors.

Staatlicher Terror wird aktuell gerne vernachlässigt, obwohl in Zeiträumen von 100 Jahren gerechnet die Opferzahlen durch Terrorismus gegenüber denjenigen durch Staatsterror praktisch vernachlässigbar sind. Das galt zumindest für das 18., 19. und das 20. Jahrhundert, und es scheint mir naiv zu glauben, dass dies im 21. Jahrhundert anders sein wird.

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