Unwort 09/11

Wer sich zu den allgemeinen Grundsätzen der Menschenrechte bekennt, der sollte das Kürzel „09/11“ nicht verwenden. Denn „09/11“ ist ein Unwort, solange es verwendet wird als Bezeichnung alleine für die Verbechen des 11. September 2001, und dabei die Verbrechen des 11. Septembers 1973 verleugnet.

Unworte 09/11 und Reichskristallnacht sind vergleichbar

„09/11“ ist genauso ein Unwort, wie „Reichskristallnacht“ ein in Deutschland leider bis in die 1990er Jahre gebräuchliches Unwort war. Denn so wie das Unwort Reichskristallnacht die zahreichen Morde der Novemberpogrome 1938 ausblendet, so blendet „09/11“ die Verbrechen des 11. Septembers 1973 aus. Genauso wäre „11/09“ bzw. „9. November“ als Kürzel für die Ereignisse des 9. November 1989 und damit für die Wiedervereinigung Deutschlands unhaltbar. Denn dadurch würde das gleich bedeutsame historische Datum 9. November 1938 ausgeblendet bzw. sogar verleugnet.

Ob diese Unworte aus Absicht oder Ignoranz verwendet werden – sie sind untragbar und haben keinen Platz in unserer Sprache.

Der Begriff Reichskristallnacht ist untrennbar mit der von den Nazis gemeinten Beibedeutung verknüpft, dass das Leben von Menschen abhängig von ethnischer Zugehörigkeit unterschiedlichen Wert hat. Die Verbrechen von 1973 und von 2001 forderten ähnlich viele Todesopfer (erstere forderten wohl mehr als 3000 Menschenleben, und sie zerstörten die Demokratie in Chile.) Deshalb ist heute mit „09/11“ als Bezeichnung für die Verbrechen des 11. September 2001 die Beibedeutung verknüpft, dass ein Leben eines einzelnen Südamerikaners weniger zählt als dasjenige eines US-Amerikaners.

Linksammlung zum 11. September 1973

Salvador AllendeKein schönes Thema – wie auch diese Statue von Salvador Allende in Santiago de Chile nicht schön ist. Aber das Foto vom 12. September 2011 zeigt den frischen Blumenschmuck. Blumen die besagen: er ist nicht vergessen.

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