Das Elefantenschiff

Prolog

Anfang der 2040er Jahre

Rania schwelgte im kühlen Flusswasser, das ihre vier säulenartigen Beine umspülte. Wie köstlich das frische Wasser schmeckte! Ihr Durst war gestillt, doch sie wurde nicht müde, ihren Rüssel immer wieder einzutauchen, um ihren von der afrikanischen Sonne erhitzten Körper zu besprühen. Ein schwacher Windhauch strich zart über den dünnen Wasserfilm auf ihrer dicken Haut und verschaffte ihr angenehme Kühlung.  

Die ganze Herde genoss das Wasser. Die jüngeren Elefanten gingen ganz im Planschen und Spritzen auf, während die Alten vor allem die Entlastung liebten, die ihnen das Wasser verschaffte. Der Auftrieb des Wassers ließ das Gewicht ihrer tonnenschweren Körper auf einen Bruchteil schrumpfen.
Rania hörte Laute der Zufriedenheit. Wohlig klangen sie. Unwillkürlich stimmte Rania ein. Ihr Geist schwamm in einem Meer aus Glück. Je tiefer sich Rania entspannte, desto klarer und deutlicher schallte es aus den Tiefen ihres Bauchs. Die alte Sprache der Elefanten war so einfach. Laute der Entspannung erzeugten Entspannung. Elefanten konnten mit dem ganzen Körper sprechen. Mit dem Rüssel konnte Rania Worte der Wut hinausposaunen, die meilenweit durch die afrikanische Savanne schallten.
Mit dem Rüssel konnte sie zudem riechen und schmecken, betasten, sanft streicheln und auch kräftig zupacken. Und weil sie sich eine von Menschen gemachte Manschette um den Rüssel gelegt hatte, konnte sie auch die Sprache der Menschen sprechen und verstehen.

Das vollständige Kapitel ist hier veröffentlicht: http://www.elefantenschiff.eu/prolog/

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