existentielle Risiken

Heute ist der Gedanke, dass die Menschheit in ihrer Existenz bedroht ist, etwas aus der Mode. Doch der Debattenbeitrag von Uno-Chef Ban Ki Moon belegt, dass das Thema noch nicht erledigt ist. Und Stephen Hawking weist gegenüber der bbc darauf hin, dass die Menschheit so lange in ihrer Existenz bedroht ist, bis sie ggf. in zuküftigen Jahrhunderten autarke Kolonien im Weltraum errichten kann.
Politiker und Medien siedeln jedoch Terrorismus ganz oben auf ihrer Agenda an, weit vor dem Klimawandel und anderen existenzbedrohenden Problemen.

Mit dem Hinweis auf den Terrorismus ist es in Mode, kulturelle Errungenschaften wie das Fernmeldegeheimnis, die Redefreiheit, die Unschuldsvermutung und die Hebeas-Corpus-Rechte einzuschränken.

Tatsächlich gehören jedoch durch Staaten begangene Verbrechen zu den grössten Risiken für die Menschheit. Das Fernmeldegeheimnis, die Redefreiheit, die Unschuldsvermutung und die Hebeas-Corpus-Rechte wurden zwar geschaffen, um die einzelnen Bürger vor staatlichen Übergriffen zu schützen. Aber sie dienen sicherlich auch als Schutz der Menschheit vor staatlichen Verbrechen.

Einschränkungen der Grundrechte mögen zwar im Einzelfall einen kleinen Beitrag gegen die Bedrohung durch den Terrorismus leisten, aber indem sie staatliche Verbrechen begünstigen, tragen sie unterm Strich zur Gefährdung der Menschheit bei.

Nachtrag:
Sascha Lobo bringt den Gegensatz in seinen Beitrag Nazis am Abzug wie folgt auf den Punkt:

Liberale Demokratien haben gegen Feinde von außen ihre eigenen Grundrechte eingeschränkt. Autoritäre Politik wird das gegen ihre Feinde von innen ausnutzen.

Last updated: Mai 25, 2016 at 18:40 pm
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