Ursula von der Leyens Lügen haben lange Beine.

Über 28 Jahre haben von der Leyens Lügen getragen, vom 20.06.1990, als sie in ihrer Dissertation Falschangaben zu ihrem Lebenslauf mit ihrer Unterschrift bekräftigte, bis zum März 2019. Nun tritt in ihrer Vita ein Archäologiestudium auf den Plan, das sie bis dahin hartnäckig geleugnet hatte.

Von der Leyens aktuelle Darstellung ihres Studienbeginns

Anstatt ihr erstes abgebrochenes Studium einfach zu verschweigen – oder sich ggf. über den eigenen Studienverlauf komplett auszuschweigen – versteckte sie es über 28 Jahre lang hinter Lügen. Sie behauptete, im Anschluß an das Abitur VWL studiert zu haben. Diese Lüge wurde hier von der Konrad-Adenauer Stiftung übernommen. Sie behauptete, das Studium der VWL im Jahr 1976 aufgenommen zu haben (nachzulesen hier im Internetarchiv.) Sie behauptete, genau ein Studium abgebrochen zu haben. Von der Leyen belog den Journalisten Hans-Jürgen Moritz vom Focus anscheinend 2010 ausdrücklich: „Ich habe mein erstes Studium der Volkswirtschaft bereits nach dem Vordiplom geschmissen.“ Diese Lüge hatte sie dem Focus zuvor schon einmal aufgetischt, als sie sagte: „Ich habe aber auch mal ein Studium abgebrochen.

Ursula von der Leyen hinterliess eine Spur von wahrheitswidrigen Presseberichten, die nur durch vorsätzliche Lügen sinnvoll erklärbar ist. In meinem Beitrag Von der Leyens obskurer Lebenslauf von 2017 habe ich auf Widersprüche hingewiesen: „Anscheinend hat Ursula von der Leyen zweimal Abitur gemacht, dabei drei verschiedene Noten erzielt und bis zu viermal studiert.“ Seinerzeit verfügte ich aber über keinen Beleg für ausdrückliche Lügen.

Konfrontation mit der Lüge

Im Oktober 2017 habe ich bei der Verwaltung der Universität Göttingen angefragt, warum die Universität hier andere Studiendaten veröffentlicht als von der Leyen hier angab. Das führte zu Nachfragen der Uni Göttingen bei Ursula von der Leyen. Diese war also mit einer alten Lüge konfrontiert, die nicht zu ihrer aktuellen Selbstdarstellung passte.

Von der Leyen hätte 2017 reinen Tisch machen können und zugeben, dass ihre Dissertation voller Sünden der Vergangenheit steckt und ihren aktuellen Ansprüchen nicht genügt. Stattdessen hat sie ihr Lüge vom 20.06.1990 bekräftigt und ihren Internetauftritt an diese Version ihres Lebenslaufs angepasst. Stand 08/2017 wies für das Jahr 76/77 eine Lücke auf; Stand 02/2018 greift die Lüge vom 20.06.1990 auf.

Zusammenhang mit Plagiatsaffäre

Trotz ihrer erwiesenen Plagiate wurde von der Leyen nicht der Doktortitel aberkannt. Die fantastische Begründung des Senats der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hierfür lautete, dass keine Täuschungsabsicht erkennbar sei. Die MHH erklärte in ihrer Presseinformation vom 09.03.2016:

„Übereinstimmend stellten die Kommission und der Senat Mängel fest. Konkret geht es dabei um Fehler in der Form von Plagiaten, also um die Übernahme fremder Textpassagen, ohne die Originalautoren korrekt zu kennzeichnen. Die Kommission und der Senat kamen jedoch zu dem Schluss, dass das Muster der Plagiate nicht für eine Täuschungsabsicht spricht.“

Obwohl kein Zweifel besteht, dass sie am 20.06.1990 auf der 83. Seite ihrer Dissertation vorsätzlich mit ihrer Unterschrift Falschangaben zu ihrem Lebenslauf bekräftigte, sollen wir uns also vorstellen, dass Ursula von der Leyen gutgläubig war, als sie ebenfalls am 20.06.1990 auf der 85. Seite ihrer Dissertation unterschrieb, nicht plagiiert zu haben? 

(Anmerkung: die ungewöhnliche Wortwahl „83. Seite“ ergibt sich aus dem Umstand, dass von der Leyen unfähig war, die Seiten ihrer Dissertation fortlaufend zu nummerieren. Die 11. Seite ist – als erste nummerierte Seite – mit der Seitenzahl 2 versehen, die 81. Seite mit der Seitenzahl 70. Die Mängel bei der Nummerierung werden dadurch verschärft, dass von der Leyen fremdes Bildmaterial als dekorativen Füllstoff ohne Nummerierung in ihre Dissertation gestoppelt hat.)

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