Bundestag diskutiert Digitalisierung seit 52 Jahren

Der Beschluß des Deutschen Bundestages vom 1. Februar 1966 zur Drucksache V/241 ist der erste Hinweis auf Debatten zum Thema Digitalisierung

Seinerzeit ging es um die Digitalisierung von Radaranlagen. Eine Legislaturperiode später, am 17.04.1970, taucht in der Drucksache VI/648 erneut der Begriff „Digitalisierung“ auf, wieder im Zusammenhang der Radaranlagen.

Am 31. August 1972 rügt dann der Bundesrechnungshof in Drucksache 7/8 ein zu viel an digitalen Rechenmaschinen. Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung hatte sich für DM 500.000 eine neue Datenverarbeitungsanlage für die Digitalisierung analog gespeicherter Daten gegönnt.

In den vom der Politik produzierten Papieren taucht das Stichwort Digitalisierung von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer häufiger auf. In der 17. Legislaturperiode bereits in 288 Dokumenten. Das war die Zeit, als Angela Merkel am 19.06.2013 öffentlich verkündete, das Internet sei #Neuland für sie und den Rest der Deutschen. Da war endgültig klar, dass immer mehr planloses Gerede der Politiker über die Digitalisierung niemandem helfen würde.

Und nachdem die 18. Legislaturperiode nochmals eine Verdoppelung gebracht hat auf 696 Nennungen, entdeckt Volker Kauder am 28.01.2018 in einem Gastbeitrag für die Welt die Digitalisierung.

Einfach Kauderhaft!

Die Wortschöpfung ist entlehnt aus einer gelungenen Analyse von Sascha Lobo, nachzulesen auf Spiegel.de.
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Anmerkung

Immerhin hat die deutsche Politik erfolgreich ihre Dokumente digitalisiert.