VW HV: Pötsch verschleudert 100.000€

Mit einfacher Schulmathematik lässt sich die Sinnlosigkeit des zweiten Antrags zur Absetzung von Pötsch als Versammlungsleiter auch formal nachweisen.

Wenn 99% dagegen sind, Pötsch abzulösen, dann können nur mehr als 99% dagegen sein, Pötsch abzulösen und durch Stephan Weil zu ersetzen. Nicht jeder Gegner Pötschs ist für den niedersächsischen Ministerpräsidenten. Das ist einfache Mengenlehre. Die beherrscht ein Zahlenmensch wie Pötsch sicherlich. Das spricht gegen ein Versehen. Das spricht für Vorsatz.

Indem 99% der Aktien bereits ihren Willen bekundet haben, Pötsch durch niemanden ersetzen zu wollen, haben sie insbesondere bekundet, ihn nicht durch einen anderen Aufsichtsrat ersetzen zu wollen

Damit ist beispielsweise auch bekundet, Pötsch nicht durch Herrn Wolfgang Porsche, nicht durch Stephan Weil und auch nicht durch Frau Babette Fröhlich ersetzen zu wollen.

Doch zu diesem Zeitpunkt sind auch hypothetische Spassanträge, Pötsch durch Barack Obama oder Alf vom Melmac ersetzen zu wollen inhaltlich beantwortet und sind deshalb sicherlich nicht mehr zulässig.

Es mag sein, dass bei einem knappen Abstimmungsergebnis gegen den ersten Antrag unter bestimmten Annahmen der zweite Antrag auf Pötsch’s Absetzung hätte zulässig sein können. Doch 99,98% zu 0,02% darf ein Versammungsleiter sicherlich nicht als knapp werten.

Pötsch nutzte seine Rolle als Versammlungsleiter, um den Kleinaktionären ihre Machtlosigkeit vor Augen zu führen. Manfred Klein hatte gute Argumente für seinen Antrag, Pötsch als Versammlungsleiter zu ersetzen:

Sie sind der personifizierte Interessenkonflikt

Doch für Kleins Antrag stimmten nur 0,02%.

Kurz darauf wiederholte Herr Weinmann den Antrag von Klein und grenzte ihn dadurch ein, dass er Stephan Weil als Ersatz für Pötsch benannte. Pötsch schien dieses Thema zu gefallen, und er ließ den Antrag von Herrn Weinmann trotz seiner nicht nur offensichtlichen, sondern auch formalen Unsinnigkeit zur Diskussion zu und ließ auch darüber abstimmen. Weinmanns Antrag erhielt nur 0,01% Zustimmung.

Der bizarre Vorgang wirkte wie eine vorsätzliche Verschwendung von Versammlungszeit, und ermöglichte Pötsch im späteren Verlauf die Redezeiten so weit zu drücken, dass den Rednern faktisch die Möglichkeit genommen wurde, ihre Anliegen angemessen zum Ausdruck zu bringen.

Wenn dieser bizarre Vorgang auch nur 24 Minuten gedauert hat, dann sprechen wir hier über eine Verschwendung in der Größenordnung von 100.000€.

(Annahme: 7 Millionen kostete die Veranstaltung. Davon werden jeweils die Hälfte umgelegt auf das absurde Theater von 14 Stunden Dauer in Halle 3 und auf die Werbeveranstaltung in Halle 2. Dann kostete jede Minute des absurden Theaters 4166€. Und das beziffert nur die Verschwendung für VW, nicht den persönlichen Schaden der Aktionäre)

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